
Warum gute Führung gerade in schwierigen Phasen wichtiger ist als gute Strategie
„Wir befinden uns in einer schwierigen Phase, aber wir haben eine gute Strategie und ziehen diese durch.“ Dieser Gedanke ist weit verbreitet. Und auf den ersten Blick wirkt er überzeugend. Genau hier liegt jedoch ein häufiger Denkfehler.
Schwierige Phasen verändern die Rahmenbedingungen
Strategien werden unter bestimmten Annahmen entwickelt. Sie basieren auf erwartbaren Entwicklungen, verfügbaren Ressourcen und einem gewissen Planungshorizont. In schwierigen Phasen verändern sich diese Rahmenbedingungen jedoch deutlich. Zeit wird zum kritischen Faktor. Entscheidungen müssen schneller getroffen werden, oft auf Basis unvollständiger Informationen. Gleichzeitig steigt der Handlungsdruck, da die Stabilisierung des Unternehmens nicht warten kann. Damit verändern sich auch die Anforderungen an das Unternehmen.
Was in solchen Situationen entscheidend wird
Unter normalen Umständen liegt die Herausforderung häufig darin, die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen. Welche Märkte sollen erschlossen werden, welche Produkte sollen entwickelt werden, welche Initiativen priorisiert werden. In schwierigen Phasen verschiebt sich der Fokus. Die Frage ist weniger, welche strategische Richtung langfristig optimal ist. Entscheidend wird, welche Massnahmen kurzfristig Wirkung zeigen und das Unternehmen stabilisieren können.
Die Rolle der Strategie verändert sich
Das bedeutet nicht, dass Strategie unwichtig wird. Eine gute Strategie bleibt ein Vorteil, insbesondere wenn sie zur aktuellen Situation passt. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass bestehende Strategien auf Wachstum oder langfristige Entwicklung ausgerichtet sind und in einer akuten Phase zu kurz greifen. Der Fokus verschiebt sich dann zwangsläufig auf kurzfristig wirksame Massnahmen zur Stabilisierung des Kerngeschäfts und der finanziellen Situation. In vielen Fällen wird damit ein Turnaroundkonzept zur relevanten Grundlage.
Umsetzung rückt in den Vordergrund
Sobald klar ist, welche Massnahmen umgesetzt werden müssen, verändert sich die Situation erneut. Die Herausforderung liegt dann weniger in der inhaltlichen Ausarbeitung als in der Umsetzung. Prioritäten müssen klar gesetzt werden. Ressourcen müssen konsequent auf wenige Themen fokussiert werden. Fortschritte müssen aktiv gesteuert und Abweichungen korrigiert werden. Unter Zeitdruck verstärken sich typische Umsetzungsprobleme zusätzlich.
Führung wird zum entscheidenden Faktor
Genau an diesem Punkt wird Führung zentral. Führung bedeutet in dieser Situation, Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen und die Umsetzung aktiv zu steuern. Sie sorgt dafür, dass Massnahmen nicht nur definiert, sondern tatsächlich umgesetzt werden. Auch die Kommunikation wird dabei zu einem wichtigen Instrument. Sie schafft Orientierung, reduziert Unsicherheit und sorgt dafür, dass die Organisation in die gleiche Richtung arbeitet.
Fazit
In stabilen Phasen kann eine gute Strategie den Unterschied machen. In schwierigen Phasen verändern sich jedoch die Rahmenbedingungen und damit auch, was für den Erfolg entscheidend ist. Die Herausforderung liegt dann weniger in der Frage, was getan werden sollte, sondern darin, ob es gelingt, die richtigen Massnahmen unter Zeitdruck umzusetzen.
Führung wird damit zum entscheidenden Faktor.
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